Franziska Maier

„Allen, die eine Ausbildung oder ein Studium im Bereich Modedesign anstreben, kann ich nur raten: Folgt eurer Leidenschaft mit aller Kraft. Und vor allem: spezialisiert euch! Nur so werdet ihr in diesem schwer umkämpften Modemarkt bestehen können.“


Franziska Maier, Absolventin des Jahrgangs 2012 an der Modefaschschule Sigmaringen und Inhaberin der FRABAMA Manufaktur in Potsdam, designte unter anderem Taschen für den Action-Thriller „Gunpowder Milkshake“, der im Dezember 2021 in die deutschen Kinos kommt.

„Schon während meiner Ausbildung zur Modedesignerin an der Modefachschule Sigmaringenich hatte dort mit null Grundkenntnissen angefangen – begann ich damit Taschen zu nähen. Das hatte einen ganz praktischen Hintergrund: Die Taschen, die es zu kaufen gab und die mir gefielen, lagen jenseits meines Budgets. Also entwarf und nähte ich sie mir ganz einfach selbst. Obwohl es nicht Teil der Aufgabenstellung war, fertigte ich auch für meine Abschlusskollektion fogelfrei gleich vier Taschen an. Das Thema Taschen zog sich also fast wie ein roter Faden durch meine drei Ausbildungsjahre und sollte mich auch weiterhin begleiten. Im Sommer 2013 hängte ich an die Modedesigner-Ausbildung noch eine Ausbildung als Feintäschnerin dran. Das Vorwissen aus der Zeit an der Modefachschule – Entwerfen, Schnitttechnik, Materialkunde, Nähen und so weiter – war da sehr hilfreich. Nach dieser zweiten Ausbildung arbeitete ich erst einmal in ganz verschiedenen Bereichen. Beispielsweise als Stylistin, als Praktikantin im Kostümbild bei einem Til-Schweiger-Film oder als Regieassistentin in der ARD-Produktion Scheidung für Anfänger mit Andrea Sawatzki und Christian Berkel. Zuletzt war ich in einem Büro als Assistentin angestellt, hatte also gar nichts mehr mit Mode, geschweige denn mit Taschen zu tun. Den Traum von der Selbständigkeit aber, den trug ich noch immer mit mir herum.

Dass es zu dem Auftrag für den Action-Thriller Gunpowder Milkshake kam, habe ich dem Zufall und schon bestehenden Kontakten in die Filmbranche, genauer zu den Babelsberger Filmstudios in Potsdam, zu verdanken: Der Requisiteur der ARD-Produktion rief im Frühjahr 2019 bei mir an und fragte mich, ob ich aus LKW-Planen knallgelbe Weekender für den Film anfertigen könnte. Die Hauptdarstellerin Karen Gillan würde darin Waffen transportieren. Zusätzlich zu den Taschen mit der Aufschrift I love kittens sollte ich außerdem zwanzig gelbe Leichensäcke nähen. Wegen einer Drehplanänderung musste das quasi über Nacht geschehen. Ich saß fast 36 Stunden am Stück an der Nähmaschine und habe nur kurz Pausen eingelegt, um etwas zu essen. Aber die Anstrengung hat sich gelohnt. Eine der Taschen, die ich genäht habe, wird auch auf dem Filmplakat gezeigt, das beim Filmstart in den USA im Juli 2021 als Leuchtreklame am berühmten Time Square in New York zu sehen war.

Dieser tolle Auftrag und die Tatsache, dass ich in meinem Bürojob im April 2020 aufgrund von Corona in Kurzarbeit geschickt und auf null Prozent gesetzt wurde, gab mir den noch nötigen Stoß, um endlich den Schritt in die Selbständigkeit zu machen. Mir war plötzlich klar, dass eine Festanstellung nicht so sicher ist, wie mir immer gesagt wurde. Und dass es manchmal viel wichtiger ist, endlich seinen Träumen zu folgen und ins kalte Wasser zu springen. Ich suchte mir also einen Laden in Potsdam, wo ich auch seit einigen Jahren lebe, und unterschrieb Ende September den Mietvertrag. Am 30. Oktober 2020 eröffnete ich dann FRABAMA, meine eigene Ledermanufaktur. Auf nur 15 Quadratmetern biete ich nun einen exklusiven Reparaturservice für Lederwaren aller Art an. Der ist in Potsdam sehr gefragt und mittlerweile erreichen mich aus ganz Deutschland Pakete mit der Bitte kleinere Wehwehchen oder größere Schäden zu reparieren. Nebenbei arbeite ich an einer neuen Kollektion und fertige Einzelstücke wie Dokumentenmappen, Portemonnaies oder Taschen an. Jeden Tag genau das tun zu können, was ich liebe und gelernt habe, macht mich dankbar. Ich bin sehr glücklich, diesen Weg eingeschlagen zu haben und ich kann mir im Moment nichts schöneres vorstellen! Allen, die eine Ausbildung oder ein Studium im Bereich Modedesign anstreben, kann ich nur raten: Folgt eurer Leidenschaft mit aller Kraft. Und vor allem: spezialisiert euch! Nur so werdet ihr in diesem schwer umkämpften Modemarkt bestehen können.“ www.frabama.com

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