Laufsteg in die Zukunft

47 AbsoventInnen der Modefachschule Sigmaringen feierten am vergangenen Wochenende das Ende ihrer Ausbildungszeit. Krönender Abschluss: eine Fashionshow, die auch die verschiedenen Herausforderungen reflektierte, die heute an das Fashionbusiness gestellt werden.

Sigmaringen (kok). Mode hat es in Zeiten wie diesen nicht leicht: Nicht selten steht sie - gemeinsam mit der Politik – am Pranger, wenn es um Themen wie etwa Umweltschutz oder mangelnde soziale Verantwortung geht. „Fast Fashion“ – günstig produzierte und nicht auf Langlebigkeit ausgelegte Mode – ist zum Problem geworden. Eines, das auch den diesjährigen AbsolventInnen der Modefachschule Sigmaringen bewusst ist. Und dem sie sich mit ihren selbstentworfenen und -genähten Abschlusskollektionen am vergangenen Samstag in der Stadthalle Sigmaringen mutig stellten. Tags zuvor waren im Portugiesischen Saal des Schlosses die Zeugnisse an 47 nunmehr „Staatlich geprüfte ModedesignerInnen“ übergeben worden; 35 davon erhielten außerdem als MaßschneidergesellInnen seitens der Handwerkskammer Reutlingen ihre Lossprechung. Elf AbsolventInnen des vergangenen Jahres konnten zudem als MaßschneidermeisterInnen entlassen werden.

Beeindruckt von den zu Stoff gewordenen Ergebnissen der Ausbildungszeit der ModedesignerInnen und MaßschneiderInnen waren am Samstag in der Stadthalle Sigmaringen nicht nur die geladenen Familien und Freunde der AbsolventInnen. Sondern vor allem die unter anderem aus Paris und London angereisten Fashionexperten. Denn unter dem Motto „Culture Club“ präsentierten die DesignerInnen der bereits über 100 Jahre alten Schule nicht nur schön Anzusehendes. Sie reflektieren in ihren Arbeiten auch die Fragen, denen sich Mode heute stellen muss. Und zeigten, wohin der Trend geht: zu kultureller Vielfalt und anspruchsvoller nachhaltiger Mode. Sophie Römer beispielsweise thematisierte in ihrer Kollektion „Yoruba on the Rocks“ das bestialische Konsumverhalten, das die Erde als Eigentum sieht und sie ausschlachtet. Mit ihren Outfits aus Restposten und Stoffen aus fairer Produktion setzte sie ein farbenfrohes Gegenzeichen zu einer Mensch und Umwelt ausbeutenden Fast Fashion. Ähnlich auch die weit fallenden Tüll-Kreationen aus der Kollektion „Dos Mil“ von Hannah Isabo. Sie reflektierte die Kluft zwischen der armen und der reichen Bevölkerung Mexicos, die sie allein durch das Bewusstsein für Traditionen – und damit die Tracht – überwunden sieht.

Hannah Isabo erhielt, wie auch Celine Walentwoski mit ihrer Kollektion „+/ - degrees“ und Tobias Rauch mit seiner Kollektion „Hyperistic“, den Designpreis der Modefachschule Sigmaringen. Mit der dotierten Auszeichnung (jeweils 400 Euro Zuschuss für eine Reise nach Paris, London oder Hongkong) ehrt die Modefachschule Abschlusskollektionen, die nicht nur kreativ, sondern – so Schulleiter Hartmut Hopf – vor allem „exzellent verarbeitet sind.“ Die Modefachschule Sigmaringen gehört europaweit zu einer der wenigen Schulen, die ihre SchülerInnen noch dazu ausbildet, Fashion nicht nur entwerfen, sondern vor allem auch selbst nähen zu können. Sie leistet damit einen Beitrag zu langlebiger, individueller Mode –sogenannter „Slow Fashion“ –, die saisonale Trends überdauert. Und bildet damit DesignerInnen aus, deren Laufsteg sicher in die Zukunft führt.

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