Marcel Ostertag im Gespräch

Marcel Ostertag ist einer der gefragtesten Designer Deutschlands. Auch dieses Jahr war er mit seiner Kollektion auf der Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin und bei der New York Fashion Week vertreten. Zwei Schülerinnen der Modefachschule Sigmaringen haben Marcel und sein Team einige Tage backstage bei den Vorbereitungen in Berlin unterstützt und durften exklusive Einblicke hinter die Kulissen werfen. Nach der Show haben wir Marcel getroffen.

Modefachschule Sigmaringen: Erst einmal herzlichen Glückwunsch zu dieser unglaublichen Leistung die Du hier zusammen mit Deinem Team vollbracht hast! Die Kollektion ist einfach umwerfend und vor allem stehen die Schuhe gekonnt im Vordergrund. Wie kam es eigentlich zu dieser Möglichkeit und zu der Entscheidung, dass Du nun auch Schuhe entwirfst? War dies eine einmalige Kooperation mit Tamaris oder können wir uns auf mehr freuen?

Marcel Ostertag: Herzlichen Dank für die netten Worte. In der Tat dürfen sich alle auf mehr mit Tamaris freuen. Ich habe einen dreijährigen Vertrag, d.H. das noch weitere sechs Kollektionen folgen werden.

Modefachschule: Letztes Jahr hast Du das erste Mal deine Kollektion bei der Fashion Week in New York gezeigt. Was war das für ein Gefühl? War das Dein ,,entgültiges“ Ziel oder gibt es noch mehr das Du anstrebst?

Marcel Ostertag: Meine erste Show in New York war im Februar 2016, die zweite folge im September 2016. Im Februar 2017 war ich dann zum dritten Mal dort. Gerade stecken wir mitten in der Planung für September 2017. Es ist eine spannende Aufgabe die mein Team und ich mit Bravour gemeistert haben. Es war immer schon mein Traum in New York zu zeigen.

Modefachschule: Lass uns doch noch ein wenig mehr über deine diesjährige Kollektion ,,Revolution“ erfahren. Was waren Deine Inspirationen? Was hat Dich beeinflusst und was wolltest Du für eine Botschaft transportieren?

Marcel Ostertag: Die Botschaft ist simpel und einleuchtend: SLOW FASHION DOWN!!! Alles ist zu schnell geworden! Wir müssen unser Konsum Verhalten ändern und die Produkte und Designs mehr schätzen.

Modefachschule: Es ist ja weitgehend bekannt, dass viele Labels heutzutage im Ausland produzieren, sei es im Nahen Osten oder in Asien. Kaum jemand ist es wichtig, dass die Kleider ,,Made in Germany“ gefertigt werden. Wie kamst Du darauf ausschließlich in Ostdeutschland zu fertigen? Was sind Deine Ambitionen dazu? Und rentiert sich dies kostentechnisch überhaupt?

Marcel Ostertag: Wir fertigen nicht nur in Ostdeutschland, sondern auch in Bayern. Es ist mir wichtig alles lokal zu machen, weil ich einen hohen Qualitätsanspruch habe und es für sehr nachhaltig empfinde kurze Wege für Transport und Kommunikation zu haben. Ich kenne alle meine Schneider. Natürlich kostet meine Kollektion dadurch ein bisschen mehr, meine Kunden schätzen das aber sehr und finden es wichtig zu wissen wie die Produktion funktioniert.

Modefachschule: Nach Deinem Studium am Londoner Central Saint Martins College hast Du einige Wettbewerbe und Preise gewonnen. Unter anderem auch den Fernseh-Designerwettbewerb ,,Fashion Hero“. Zusammen mit anderen Designern, wie unter anderem auch Riccardo Serravalle, ein ehemaliger Schüler der Modefachschule Sigmaringen, habt Ihr euch wöchentlich neuen Aufgaben gestellt. Du hast schlussendlich die Show gewonnen und bist seitdem immer erfolgreicher geworden. Was für einen Tipp kannst Du nun an Jungdesigner weitergeben, welche auch anstreben erfolgreich zu werden?

Marcel Ostertag: Ich arbeite seit langem intensiv am Aufbau meines Labels. Der Gewinn von Fashion Hero hat mich da leider nicht weiter gebracht. Was zu meinem Erfolg beiträgt, ist sicher meine Zielstrebigkeit und meine Power. Besonders wichtig ist es ein starkes Team hinter sich zu haben. Denn ohne Menschen die an einen glauben funktioniert nichts in der Modewelt. Wenn ich einen ehrlichen Tipp geben darf: Bitte studiert nicht Mode Design, sondern Mode Management. Es gibt viel zu wenige Design Jobs für viel zu viele Studenten.

Modefachschule: Was wünschst Du Dir für die Zukunft?

Marcel Ostertag: Alles darf so bleiben wie es ist, ich bin sehr glücklich im Hier und Jetzt.

Bildquelle: mbfashionweek.com/designers/marcel-ostertag


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