Zusätzlicher

Meisterkurs
Beginn 09.03.2020

aufgrund hoher Nachfrage

Schuljahr 2019

Einschulung noch bis
15.11.2019 möglich

„Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“ – Maßschneiderpraktikum im 1. Schuljahr

In Rahmen unserer dreijährigen Ausbildung zum Maßschneider/in müssen wir insgesamt zwölf Wochen Praktikum absolvieren.

Die ersten zwei Wochen habe ich jetzt schon hinter mich gebracht. In einer kleinen Änderungs- und Maßschneiderei in meiner Heimatstadt Bad Kötzting. Seit fast 50 Jahren wird diese Schneiderei von einer mittlerweile 80-jährigen Frau betrieben. Sie machte bereits mit 15 Jahren ihre Ausbildung zur Damenschneiderin und anschließend zur Meisterin. Sie ist eine Dame der alten Schule, was ich auch während meiner Praktikums-Zeit bei ihr feststellen konnte.

Im vorderen Bereich der Schneiderei befindet sich ein Stoffverkauf und in einem kleinen Zimmer dahinter ihr „Nähkämmerchen“. Dieses ist ausgestattet mit insgesamt drei Nähmaschinen, die bereits älter sind als ich, einem großen Zuschneide-Tisch (dort liegt aber so viel Zeug rum, das zum Zuschneiden fast der benötigte Platz fehlt) und ein Bügelbrett mit Bügeleisen. Ach ja und nicht zu vergessen eine kleine Umkleidekabine, damit die Kunden ihre maßgeschneiderten Sachen auch anprobieren können.

Leider bestand meine Hauptaufgabe nur darin, Kissenbezüge aus alten Stoffresten zusammen zu nähen. Diese Kissen wurden dann mit einer Borte verziert, die natürlich nur per Hand aufgenäht werden konnten. Mehrere Knöpfe ergaben dann den Verschluss für das Kissen. Die Knopflöcher musste ich, wie kann es denn auch anders sein, auch per Hand nähen. Zwar war diese Aufgabe eine gute Übung für mich, aber für die ganze erste Woche war es doch etwas mühsam.

Sie war überzeugt davon, dass man in einer guten Schneiderausbildung auch ein Kissenbezug nähen können sollte. Anscheinend ist es ihr doch entgangen, dass ich auf einer Modeschule bin und Kleidung nähe und nicht Kissenbezüge oder gar Vorhänge. Sie konnte sich nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass wir nach drei Jahren eine abgeschlossene Maßschneiderausbildung mit Gesellenbrief in der Tasche haben. Ich freue mich jetzt schon, wenn ich ihr diesen nach Bestehen meiner Abschlussprüfung mit vollem Stolz präsentieren kann.

In der zweiten Woche meines Praktikums durfte ich ihr bereits schon im Stoffverkauf helfen. Das machte mir sehr viel Spaß und weckte meine verkäuferischen Fähigkeiten, was wohl auf meine Ausbildung als Bankkauffrau zurückzuführen ist. Anscheinend konnte ich sie letztendlich doch noch von meinen Fähigkeiten als Schneiderin überzeugen, und sie lies mich daraufhin auch Kundenaufträge bearbeiten. Zum Beispiel durfte ich Hosen länger oder kürzer machen, Futter in einem Rock anstaffieren oder einen neuen Reißverschluss in einem Kleidungsstück einnähen. Zu guter Letzt fertigte ich eine Dirndlschürze für einen Kundenauftrag an. Dies hat so richtig Spaß gemacht und meine Laune wurde von zu Tag zu Tag besser. Die Tätigkeiten in meiner letzten Woche brachten mir jetzt auch was für die Ausbildung an der Modefachschule. Ich wurde im Nähen schneller und das Verständnis, in manchen Dingen, wurde auch intensiviert. Es ist kaum zu glauben, aber meine Knopflöcher können sich mittlerweile schon sehen lassen.

Das war wirklich ein Praktikum mit Höhen und Tiefen. Aber so richtig gestört hat es mich, dass sie unserer Schule nicht richtig akzeptiert hat, was vermutlich etwas  mit ihrem hohen Alter zu tun hat; früher war eben doch einiges anders. Zu guter Letzt hat sie mir noch eine Sache mit auf den Weg gegeben: Ich strenge mich jetzt wahnsinnig an, damit ich meine Prüfung im dritten Jahr mit Bravour meistere und sie damit vom Gegenteil überzeuge kann!

Ich hoffe mein zweites Praktikum wird besser laufen und ich kann euch was Schöneres berichten.

Im diesem Sinne wäre es cool, wenn ihr mir von euren Erfahrungen  über Praktikas berichten könntet. Schreibt einfach einen Kommentar.

Ich wünsche Euch noch einen schönen und erfolgreichen Tag.

TAGS Design Designyourfuture Masschneider/in Massschneiderei Modefachschule Praktikum

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