Einblicke: Eine Schulwoche an der MoFa im ersten Schuljahr

Ein Einblick in die 8. Schulwoche der Klasse „Airfield“ der Modefachschule Sigmaringen:

Montag, 07. November

Nach einem entspannten Wochenende werde ich wie gewohnt von meinem Weckerklingeln um halb sieben in der Frühe geweckt. Mein Blick nach draußen in den kalten Wintermorgen zeigt mir die ersten Schneeversuche. Ich bin begeistert, denn ich komme aus der Nähe von Münster, wo es die letzten Jahre, wenn es überhaupt geschneit hat, erst sehr spät geschneit hat. Auf dem Weg zu Schule merke ich aber, dass es nicht von langer Dauer ist.

Unsere Klasse mit dem hübschen Namen der österreichischen Modemarke Airfield beginnt den Schulalltag montags morgens mit WiSo. Wir sprechen über die gesetzliche Krankenversicherung, deren Vorteile und Nachteile und Pflichten. Nach der Frühstückspause geht es weiter mit Kleinschnitt, was mir besonders gefällt. In diesem Fach stellen wir die Schnitte, die wir hinterher in groß benötigen zum Nähen, in einem Maßstab von 1:3 oder 1:4 her. Im Moment machen wir verschiedene Rockmodelle. Danach gehen wir rüber zu Raum 4, wo wir Technologie haben. In diesem Fach geht es um die Herkunft, Herstellung und Eigenschaften von den verschiedenen Fasern und Stoffen. Zurzeit besprechen wir die Baumwolle.

Nun haben wir Mittagspause, in der ich nach Hause gehe zum Essen, da ich nicht weit weg von der Schule wohne, was echt praktisch ist. Nach der Mittagspause haben wir zunächst Englisch und danach Deutsch. In beiden Fächern bereiten wir uns vor auf die kommenden Klausuren, die Ende des Monats anstehen.

Da wir am Dienstag die erste Stunde freihaben, habe ich meine neuen Freunde eingeladen zu mir zu kommen, weil ich am nächsten Tag meinen 20.Geburtstag habe. Ich bin wirklich glücklich, hier in dieser fremden Stadt so schnell, so tolle neue Freunde gefunden zu haben, denn es ich komme nicht so oft nach Hause, da ich 600 Kilometer weit weg bin von Zuhause.

Dienstag, 08. November

Heute haben wir Realisation, also Nähen in Raum 6 im Obergeschoss der Schule. Das ist ein ganz großer Raum mit über 50 Industrienähmaschinen, verschiedenen Spezialmaschinen und der Bügelanlage, wo wir den ganzen Dienstag Nähen haben. Bisher haben wir verschiedenen Nähte, Abnäher und Falten geübt. Nun geht es endlich an unser erstes Kleidungsstück: Wir nähen unseren ersten Rock im Grundschnitt zunächst mit Nesselstoff vor, um zu sehen, ob unser Schnitt, den wir im einer vorigen Stunde in Großschnitt gefertigt haben, auch wirklich passt, bevor man sich an den richtigen Stoff herantraut. Es hat wirklich alles gut geklappt, aber mein Rock ist an der Hüfte ein wenig zu eng, das muss ich noch verbessern, da hab ich wohl nicht richtig gemessen ?. Aber es ist ein cooles Gefühl, etwas anzuziehen, das man selber gefertigt hat. Es hat aber bei wirklich vielen sofort geklappt. In der nächsten Woche machen wir damit weiter. Unser Rock bekommt noch einen Bund.

Mittwoch, 09. November

Mittwochs mag ich besonders, da wir an diesem Tag sehr kreativ sein dürfen, da wir zunächst Modeillustration haben und danach Gestaltung. Ich zeichne und male sehr gerne.

In Modeillustration haben wir in den letzten Wochen über das Thema Linien geredet und haben dann verschiedene Skizzen dazu angefertigt. Als letzten haben wir uns mit dem Faltenwurf beschäftig. Wir haben Falten in einen Stoff gelegt und die versucht zu zeichnen. In den nächsten Wochen widmen wir uns dem technischen Zeichen.

Für Gestaltung mussten wir in den letzten zwei Wochen eine Hausarbeit machen, und zwar sollten wir ein Deckblatt für unseren Foulder, in dem wir unsere Zeichnungen sammeln, zu dem Thema unseres Klassennamens gestalten und auch die Marke in einem kleinen Text näher vorstellen. Nacheinander haben wir unsere Deckblätter vorgestellt. Es sind wirklich kreative und besondere Deckblätter entstanden.

Nach Gestaltung haben wir Mathe. Es ist fachbezogen und im Moment machen wir Stoffmengenberechnungen in Prozent.

Donnerstag, 10. November

Heute haben wir in den ersten Stunden Großschnitt unten im Schnittatelier. Das Atelier ist unten im Dorf, da dort die Räumlichkeiten größer sind um die Schnitte, die wir am Montag in Kleinschnitt im Maßstab gefertigt haben, in den Maßstab 1:1 umzusetzen. Dazu braucht man viel Platz und besondere Lineale, die einem die Arbeit erleichtern. Dieser Unterrich gefällt mir auch sehr gut. Ich mag es, mit großen Dingen zu arbeiten, genauso wie beim Zeichnen. Außerdem ist es interessant zu sehen wir beispielsweise ein Rockschnitt aussieht, wenn man die einzelnen Schnittteile vor sich liegen hat. Man kann sich fast nicht vorstellen, dass daraus mal ein Rock werden kann.

Nach Großschnitt haben wir CAD in den Computerräumen. CAD (computer-aided design) ist quasi Schnitt am Computer mit einem speziellen CAD-Programm für Bekleidung. Es ist kompliziert und wahnsinnig spannend. Ich finde gut, dass wir dieses Fach haben, da man in den Betrieben immer mehr mit modernerer Technik arbeitet, man wird dadurch vielseitiger. Aber es ist auch gut, dass wir es auch noch auf die alte Weise lernen mit Stift und Papier.

Während CAD kommt schon leise Unruhe auf, da wir in der darauffolgenden Stunde einen kleinen Test schreiben. Wir haben nun Design- und Kostümgeschichte. Es ist zwar schon unser zweiter Test, aber wir sind immer noch aufgeregt. Wir schreiben über die Kostüme der Römer und der in Byzanz, dem heuten Istanbul, das nach Rom das Zentrum Europas wurde und es das Mittelalter durch blieb bis 1400 n.Chr. Es ist wahnsinnig spannend mit wie und mit welchen Mitteln sich die damalige Bevölkerung gekleidet hat. Es ist mein Lieblingsfach, da ich mich wahnsinnig für Kostüme interessiere und auch mal in diese Richtung arbeiten möchte.

Freitag, 11. November

Am Freitag haben wir nur am Vormittag Unterricht. Wir haben Maßschneider. Man hat hier die Möglichkeit neben seiner Modedesignausbildung auch die Ausbildung zum Maßschneider zu machen oder nebenbei den Bachelor zu absolvieren. Da ich mich mehr das Handwerk interessiert, habe ich mich noch zusätzlich für die Maßschneiderausbildung entschieden. Wir lernen hier von Hand zu nähen, was ich auch sehr wichtig finde. Heute haben wir mit einem Projekt angefangen: Wir werden in den nächsten Stunden eine Ordnerhülle für unseren Maßschneiderordner anfertigen und ihn danach besticken. Ich finde sticken sehr schön, da man unglaublich viel damit machen kann. Da ich sehr gerne verreise und mich auch für das Land Schweden interessiere, habe ich vor, eine blaue Ordnerhülle zu machen, wo ich ein gelbes Band darauf nähe, um die Flagge des Landes darzustellen, um danach das Wahrzeichens Schwedens, das rote und geschmückte Dalapferd, darauf zu sticken. Meine Flagge ist bereits fertig. Ich bin gespannt, ob alles weitere auch so gut klappt! ?

Am Abend haben wir dann noch den Geburtstag einer Mitschülerin gefeiert und mitten in der Nacht habe ich Besuch von meinen Freunden aus meiner Heimat bekommen, was mich sehr gefreut hat.

Ich bin wahnsinnig glücklich darüber hier zu sein, und dass alles so gut verläuft, ich nette, neue Freunde gefunden und nette, gute Lehrer bekommen habe, die man alles fragen kann. Und ich bin meiner Familie und meine Freunden dankbar, dass sie mich unterstützen, hier meinen Traum in die Wirklichkeit umzusetzen. Ich bin gespannt wie es weitergeht.


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Christiane &
Hartmut Hopf

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Modefachschule Sigmaringen (gemeinnützig!)
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